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Newsletter-Sonderausgabe vom 13. April 2022
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Kurz vor der Abfahrt: die Ukraine-Helferinnen und -Helfer mit einem Plakatmotiv von Verena Mack

Hilfe für die Ukraine

Liebe Freundinnen und Freunde!

Am vergangenen Freitag startete unser vierter Konvoi mit Hilfsgütern für die Menschen im ukrainischen Kriegsgebiet und kehrte am späten Samstag zurück. Weil es wieder viel zu berichten gibt, fasse ich das in einer ausführlichen Sonderausgabe unseres Newsletters zusammen. Die beiden letzten Sonderausgaben sind hier und hier zu finden.
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Von rechts nach links: Bärbel Storch, Oliver Huhle, Igor Boychuk und ich
Zur Erinnerung: Kurz nach Kriegsbeginn sprach mich Bärbel Storch vom Rotary Club Wiesbaden-Nassau an. Gemeinsam mit dem Ukrainer Igor Boychuk wollte sie Hilfsgüter ins Krisengebiet schaffen. Die sichere Verteilung der nach konkretem Bedarf zusammengestellten Waren werde interkommunal übernommen, es bestünde direkter Kontakt mit Gemeindeverwaltungen. Darber hinaus könnten wir bei Bedarf meine Verbindungen zu ukrainischen Rotarierinnen und Rotariern nutzen. Kein Hilfstourismus, sondern zielgenaue, schnelle Unterstützung in einer sich rasch verschärfenden Notlage, professionell geplant, aber unbürokratisch, als Ergänzung der bekannten großen Organisationen. Bärbel fragte, ob ihr unser Club bei dem Vorhaben zur Seite stehen kann. Gesagt, getan!
Weil sich die rotarische Initiative dank vieler helfender Hände mittlerweile zu einer der größten privat organisierten Hilfsaktion in der Rhein-Main-Region entwickelt hat, erschienen auch zahlreiche Pressevertreter auf dem Hof der Firma Huhle. Es wurde ein Artikel im Wiesbadener Kurier veröffentlicht, Radio FFH berichtete, Big City TV ließ eine Kameradrohne aufsteigen. Der Fotojournalist Volker Watschounek (Wiesbaden lebt) fuhr sogar mit und dokumentierte die gesamte Reise – wir bedanken uns bei ihm, dass er uns einige seiner Bilder für diesen Newsletter überlässt. Insgesamt herrschte Freitagmittag großes Gewusel. Mittendrin, vom Regen völlig durchnässt, aber voller Tatendrang: Oliver Huhle, der auch selbst den Gabelstapler fuhr. Zum Beispiel hier bei der Beladung des Autos, das unser Clubfreund Stephan Ziegler mit seinem Sohn Vincent steuerte.
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Diesmal begab sich unser Konvoi mit 16 Fahrzeugen (und entsprechend vielen Fahrerinnen und Fahrern) auf die Autobahn – neuer Rekord! Das war aber auch notwendig, denn auch die Ladung fiel so umfangreich aus wie nie zuvor:
 
– über 13.000 Konserven
– eine Palette mit Schokoriegeln
– zweieinhalb Paletten mit Windeln für Kinder
– eine Palette mit Windeln für Erwachsene
– rund eine Tonne Hundefutter für Suchhunde
– fünf Paletten mit Zwieback und Dosenbrot
– zwei Paletten mit Verbandsmaterial
– eine Palette mit Medikamenten
– rund 700 Kilogramm Schlafsäcke, Schuhe, Socken etc.
 
Außerdem besorgten wir auf dem Hinweg noch Schutzwesten für Ärztinnen und Ärzte im Fronteinsatz. Ein kompletter Vito war darüber hinaus beladen mit Sachspenden von Privatpersonen und Unternehmen (z. B. Rapunzel), die Stephanie Colombo an einer Sammelstelle zusammengetragen hatte. Insgesamt führten wir fast zwanzig Tonnen an Material mit, was sich mit den drei Transportfahrten zuvor auf nunmehr vierzig Tonnen aufsummiert. Um sieben Uhr morgens fand am Samstag die Übergabe an die Gemeindevertreter aus Yaroviv statt. Deren Fahrzeuge wurden bis zur maximalen Kapazität beladen.
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Igor ist die Seele unserer Transporte – er koordiniert die Abstimmung mit den Empfängern auf ukrainischer Seite, stellt die Waren pro Transportfahrzeug zusammen, packt Tag und Nacht Pakete und nimmt auch private Sachspenden entgegen. Normalerweise werden die Hilfsgüter an einer zentralen Transitstelle in Polen abgeladen – wo sie von da aus hinkommen, ist nicht immer eindeutig nachzuvollziehen. Durch den direkten Kontakt mit seiner Heimatgemeinde in Yaroviv und die Sondergenehmigung der Gemeindevertreter, für ein paar Stunden zur Abholung der gespendeten Produkte die Grenze zu überschreiten, wurde dank Igors Engagements eine einmalige Achse der Hilfe geschaffen. Die Waren gelangten teilweise bis nach Mairupol.
Unsere Kolonne wurde erstmals durch die polnische Polizei überprüft; aber da Igor Boychuk sämtliche Waren ordnungsgemäß aufgelistet hatte, gab es keinerlei Beanstandungen.
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Über Igor erreichte mich dieser Film aus der Ukraine über die Verladung auf dem polnischen Parkplatz und dem Transport der Waren in die Region um Lviv. Hier einige Bilder von Ukrainerinnen und Ukrainern, die unsere Hilfsgüter erhalten haben:
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Oliver und Jessy, Bärbel, Jörg, Igor, Ute und ich planen den nächsten Konvoi für Ende April. Weil in der Ukraine nun an vielen Orten Hunger herrscht, werden wir uns wieder auf die Beschaffung von Lebensmitteln konzentrieren. Aber auch Hygieneartikel und Medikamente gehören zur Ladung des kommenden Transports, der erneut in angemessener Größe ausfallen soll. Daher freuen wir uns über weitere Spenden:
 
Gemeinnützige Vereinigung zur Förderung der Gesundheitsvorsorge e.V.
IBAN: DE24 5109 0000 0008 8325 01
Verwendungszweck: Ukraine
 
Wenn die komplette Adresse bei der Überweisung vermerkt wird, kann unsere Schatzmeisterin Petra Aichele eine Spendenquittung ausstellen.

Hilfe für Geflüchtete

Über unser rotarisches Netzwerk haben wir nun fast alle Wohnungen oder Zimmer, die uns zur Verfügung gestellt wurden, mit Geflüchteten belegt. (Nach den Osterferien kommen noch zwei Unterkünfte hinzu.) Auch die Stadt Wiesbaden stößt mit der Beherbergung von Menschen aus der Ukraine an ihre Kapazitätsgrenzen. Mit unserem letzten Konvoi haben wir daher nur eine Siebzehnjährige aus der Ostukraine von der Grenze zurückgenommen, die wir über rotarische Verbindungen in Wiesbaden unterbringen konnten. Wenn es noch Angebote für ein frei gewordenes Jugendzimmer, ein Gästezimmer oder eine freie Wohnung gibt, freut sich meine Frau über eine Nachricht: utevondebschitz@googlemail.com, Telefon 0172-6515862.

Zusätzlich gesucht: 65.000 Euro

Bis zur Abfahrt des nächsten Transports wollen wir unbedingt auch eine große Charge an Gerätschaften finanziert bekommen, die in Heidesheim zur Abholung bereit liegt und aus Beständen der öffentlichen Hand stammt: Kühlaggregate für Blutkonserven, Defibrillatoren, Atemmasken für Feuerwehrleute, feuerfeste Anzüge (mit Stiefeln, Handschuhen, goldbedampftem Visier), Tragkraftspritzen (mit Elektrostarter und neuer Batterie) sowie Rettungssätze für schwerste Einsätze (mit Schere und Spreizer, Rettungszylindern und Ketten). Für dieses Projekt fehlen uns nun 65.000 Euro. Es handelt sich um gebrauchte Artikel (z. B. von deutschen Berufsfeuerwehren), für die man normalerweise ein Vielfaches bezahlen würde. Alle Gerätschaften wurden überprüft und aufgearbeitet, sie befinden sich jetzt in einwandfreiem, funktionstüchtigem Zustand und werden in der Ukraine dringend gebraucht. Wer weiß, wie wir an eine Großspende kommen, kann sich gerne mit uns in Verbindung setzen.
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Kathrin Bruns und Ralf Bachmann (auf dem Bild rechts) haben bei der Fahrt am vergangenen Wochenende schon einmal drei Defibrillatoren, fünf Injektionsautomaten und einen Sauerstoffkonzentrator eingepackt. Diese und weitere Hilfsgüter wurden am Samstagmittag von Anna und Benni (daneben) an der Grenze übernommen und in die Ukraine gefahren. Bereits am Nachmittag nahm Dr. Dmytro (unten) im Zentralkrankenhaus Lviv die medizinischen Geräte entgegen. Auch die Feuerwehr in Lviv wurde noch am selben Tag mit Waren versorgt.
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Zusammenarbeit mit Rotary und Rotaract in Essen

Auf Initiative des Rotary Clubs Essen-Süd und der Essener Rotaracter fuhr ein Reisebus an die polnisch-ukrainische Grenze, um 31 Geflüchtete aufzunehmen und ins Ruhrgebiet zu bringen. In diesem Zusammenhang boten uns die Essener Freundinnen und Freunde an, eine Palette mit Medizinprodukten – darunter Kochsalzlösungen, Schmerztabletten und Wundsalben – im Wert von über 2.000 Euro zu spenden und uns an einem vereinbarten Ort in Grenznähe zu überlassen. Da die Essener nicht über unsere Distributionslogistik verfügen, haben wir die Artikel gerne übernommen und leiten sie an unsere Kontaktpersonen im Rotary Club Lviv International weiter. Darüber freuen sich der Rotarier Dmytro Symovonyk und seine Clubfreundin Hrystyna Avdeena, die in der staatlichen Notfallversorgung tätig ist. 
Die 31 geflüchteten Frauen und Kinder, die nach Essen gebracht werden sollten, sind dort übrigens sicher angekommen. Eine dehydrierte Ukrainerin musste im Bus behandelt werden, zum Glück ist ein Rotaracter ausgebildeter Arzt und konnte der Frau helfen.

Geld

In der vergangenen Woche haben wir die Schallmauer von 100.000 Euro an Spenden durchbrochen! Unser Club trägt mit seiner gemeinnützigen Vereinigung die finanzielle Verantwortung. Der größte Teil des Geldes – rund 45.000 Euro – stammt von Freundinnen und Freunden unseres Kochbrunnenclubs bzw. ihren Unternehmen. In die stolze Summe nicht eingerechnet sind Fahrzeuge, die uns Clubmitglied Jochen Kreit über sein Unternehmen Taunus-Auto schon seit Wochen kostenfrei überlässt, und die viele Zeit, die unsere Mitglieder – allen voran Oliver Huhle – für die Planung der Hilfsfahrten investiert haben. Das Stahl- und Metallbau-Unternehmen Huhle übernahm auch Kosten für Benzin und Lkw-Miete.
Aber auch Bärbel Storchs Rotary Club Wiesbaden-Nassau hat sich intensiv eingebracht – durch Clubmittel und private Zuwendungen in Höhe von insgesamt mehr als 20.000 Euro. Und durch Bärbel selbst … ;-)
Jörg Brömer vom Rotary Club Wiesbaden-Rheingau setzte sich nicht nur finanziell, sondern auch mit Manpower ein. In diesem Zusammenhang ist sein Mitarbeiter Marco Seipel zu nennen, der am Erfolg des jüngsten Transports durch die Akquise von Fahrern, die Bereitstellung von Transportern und logistische Unterstützung entscheidend mitwirkte. Hartmut Hagemann, Clubpräsident des RC Wiesbaden-Rheingau, kündigte mir am Montag einen größeren Betrag an.
 
Unser Partnerclub in Israel hat sich nicht zur sehr positiv zu unseren Hilfsaktionen geäußert, sondern auch einen Betrag von über 2.500 Euro für den Erwerb weiterer lebenswichtiger Güter überwiesen. Wir freuen uns darüber sehr und danken unseren Clubfreudinnen und -freunden in der Heiligen Stadt – stellvertretend Dan Shanit, Dieter Ziulkowski und Schatzmeister Robert Hammer!
 
Spenden von anderen Clubs, die von unserer Initiative erfahren haben, freuen uns natürlich sehr – dazu zählen der RC Landshut (5.000 Euro), der RC Hildesheim-Rosenstock (5.000 Euro) und unser Partnerclub in Jerusalem (siehe oben). Auch die Gemeinde Schlangenbad beteiligte sich mit 5.000 Euro. Zahlreiche persönliche Spenden von vielen großzügigen Einzelpersonen haben die Summe sechsstellig werden lassen – ein Riesenerfolg im kurzen Zeitraum von vier Wochen! Gerne reichen wir hiermit die Namen der Personen nach, die bislang als Spenderinnen und Spender in unserem ersten und zweiten Newsletter noch nicht genannt wurden. Stichtag ist dabei der vergangene Freitag.
 
Weitere Spenden von Mitgliedern unseres Rotary Clubs Wiesbaden-Kochbrunnen
Stephan Ziegler, Markus Knuf, Michael Portoff, Zsolt Gheczy, Karlheinz Brömer, Katharina Queck, Hubertus Brockhaus, Hans-Henning Pohlenz, Fred Mayer, Andreas Eckel, Alexander Röntgen, Thomas Röskens
 
Weitere Spenden aus dem Rotary Club Wiesbaden-Nassau
Gitta Rometsch, Kornelia Wahl-Schneiders, Steffen Haas, Reinhild Link
 
Weitere Spenden aus dem Rotary Club Wiesbaden
Hans-Werner Klein, Carlo Link, Heinz Lörch 
 
Weitere Spenden von Privatpersonen und Unternehmen
Transport und Tiefbau Winfried Beiler GmbH, Philipp Baum (Rotary Club Frankfurt Rhein-Main), Frank Brömer, Melanie Gunzel, Angelika Wilhelm, Volker Claus, Angela Haisch, Bernhard Jung, Frank Kahle, Susanne Bretschneider, Stefan Murr, Dieter Müller, Thomas Mehmel-Kösters, Sven Fischer, Dr. Elmar Schmitt, Marion Mann, Fabian Fauth, Dr. Christian Debus, Wolfgang Alff, Heide Baus
 
Erneut stellte uns die Firma BKS Auto-Aufkleber, Banner und Antikriegs-Tafeln kostenlos zur Verfügung. Tausend Dank allen Unterstützerinnen und Unterstützern!
 
Wir prüfen derzeit, wie wir auch finanzielle Mittel aus übergeordneten rotarischen Töpfen erhalten können.

Osterhasen-Befreiung

Unser Club hat sich an einer Initiative des Rotary Clubs Frankfurt Rhein-Main beteiligt und achtzig Schokoladenhasen aus rotarischer Gefangenschaft des Frankfurter Clubs befreit. Die Hasen wurden bei unserem letzten Präsenzmeeting im Kurhaus unter den Anwesenden verteilt. Die übrig gebliebenen Tiere stellen wir auf die Tische, wenn sich die in Wohnungen unserer Clubfreunde untergebrachten Geflüchteten aus der Ukraine am kommenden Osterwochenende wieder zum Beisammensein treffen. Der Erlös für den Freikauf der Lindt-Schokohasen kommt dem Frankfurter Kinderschutzbund zugute – er stellt für die in Hessen angekommenen ukrainischen Kinder Taschen mit dem Allernötigsten zu Verfügung. Unser Dank für die tolle Idee gilt Cara Dielmann, Gründungspräsidentin des Frankfurter Clubs und regelmäßige Teilnehmerin an unseren Meetings!

Hilfe für Dr. Kyrylo Burmich

Wir hatten in einer unserer letzten Sonderausgaben vom Schicksal des ukrainischen Arztes Dr. Kyrylo Burmich berichtet. Er sollte eigentlich am 1. März als Kollege unseres Clubfreundes Stefan Farkas seinen Dienst im Wiesbadener St. Josefs-Hospital beginnen. Der Krieg verhinderte Burmichs Abreise aus der Ukraine. Stefan und der russische Arzt Dmitry Shapiro bieten seiner Familie in dieser Notlage große Unterstützung. Nun wurde in der Hessenschau ein Beitrag dazu ausgestrahlt.
So viel für heute von mir zum Thema „Ukraine“. Wir sehen uns morgen, am Donnerstag, um 19 Uhr bei unserem regulären Meeting per Zoom. Auf dem Programm steht ein „Abend zum Hass“ mit Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin von HateAid und Streiterin gegen Hetze im Internet. Fakenews und Desinformation sind ebenfalls Themen, über die wir mit Frau von Hodenberg sprechen können. Auch Gäste sind wieder herzlich eingeladen! Zoom-Zugang:
Mit einem Bild von der Grenze sende ich einen herzlichen Gruß und bedanke mich noch einmal bei allen Beteiligten!
Wir sehen uns morgen bei Zoom! Ihr und Euer
 
Thilo von Debschitz
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Thilo von Debschitz 
Präsident 2021/22 des Rotary Clubs Wiesbaden-Kochbrunnen
Mein Motto für das rotarische Jahr: Beyond the Tellerrand
Kontakt: tvd@q-home.de
 
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Walkmühle 1 (Malzhaus) · 65195 Wiesbaden
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